CUXHAVEN. Hochgelobt von Erwachsenen, geliebt von den Kindern: Der Abenteuerspielplatz „Plietsch“ war zwei Jahre lang die Sommer-Attraktion in Cuxhaven. Nun gibt die Freie evangelische Gemeinde Cuxhaven schweren Herzens bekannt, dass sie „Plietsch“ in diesem Jahr nicht auf die Beine stellen kann.

Der Grund sind personelle Veränderungen in der Kirchengemeinde. In den Jahren 2011 und 2012 war Nicole Behrendt, die Kinder- und Jugendreferentin der Freien evangelischen Gemeinde, der „Motor“ von Plietsch. Sie hatte die Projektleitung in der Hand und führte das Mitarbeiterteam.

Seit Anfang des Jahres ist Nicole Behrendt in Elternzeit. „Trotz intensiver Bemühungen der Gemeinde war es bisher nicht möglich, eine geeignete Vertretung für die Stelle zu finden“, versichert Pastor Holger Bungenberg. „Wir mussten jetzt eine Entscheidung treffen. Bei ,Plietsch‘ haben wir in den letzten Jahren viele engagierte ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gehabt. Einige haben sogar einen Teil ihres Urlaubs hierfür eingesetzt. Ohne diesen Einsatz wäre ,Plietsch‘ gar nicht möglich gewesen. Aber für die Planung und Durchführung eines so umfangreichen und großen Projektes brauchen wir auch ein verantwortliches Leitungsteam, und das fehlt derzeit“, erklärt der Pastor.

Schweren Herzens

Da es diesmal an verantwortlichen Leitern mangelt und auch die Vorbereitungszeit immer knapper wurde, hat die Gemeindeleitung schweren Herzens entschieden, in diesem Jahr auf den Plietsch-Abenteuerspielplatz zu verzichten.

„Wir verstehen gut, dass sich viele Kinder – und Eltern – schon sehr auf ,Plietsch‘ gefreut haben und nun enttäuscht sind. Wir hätten selber auch viel lieber einen dritten, neuen Anlauf erlebt“, sagt Holger Bungenberg.

„Für die Kinder unserer Stadt hoffen wir sehr, dass dieses wundervolle Projekt zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufleben wird.“

Von Maren Reese-Winne, Cuxhavener Nachrichten am 20. März 2013

Ferien in Plietschingen? Es war super!

Frauke Ryll schreibt: 

Ein herzliches Dankeschön an das gesamte Team von Plietsch 2012 und im Besonderen an Nicole Behrendt und Holger Bungenberg!
Es war toll zu sehen, wie begeistert die Kinder bei der Sache waren und was für ein vielfältiges Hüttendorf entstanden ist. AUch bei den weiteren Werk- und Bastelangeboten ist viel schönes entstanden, was uns auch zuhause noch an die schönen Wochen von Plietsch erinnern wird.
Absolut toll ist die Ruhe und die Freundlichkeit mit denen den Kindern und Erwachsenen begegnet wurde.
Ein großes Lob an alle Plietschaktivisten. Ihr ward einfach klasse! Erholt Euch gut! Am besten so gut, dass Ihr vergesst, wie anstrengend ein solches Projekt ist und Ihr Lust auf eine 3. Auflage im Sommer 2013 habt.
Danke sagen (sicher noch im Namen vieler weiterer)
die Familien Gothmann, Hamann und Ryll

Leserbrief, Cuxhavener Nachrichten vom 21. August 2012

Abschied von Plietsch

CUXHAVEN. Am Freitagnachmittag beim großen „Plietsch“-Abschlussfest mochte noch niemand daran denken, dass das Hüttendorf (von Hütten ist da meistens schon gar nicht mehr zu sprechen, eher von Türmen) schon einen Tag später am Boden liegen würde. Am Sonnabend, 18. August, ist die Muskelkraft Erwachsener beim Abbau gefragt - dafür können Holz und Hackschnitzel kostenlos mitgenommen werden.

Viele Eltern, Großeltern, Nachbarn und Verbundene des Projektes wanderten staunend durch die Hüttenlandschaft auf dem Grundstück der Freien Evangelischen Gemeinde an der Mozartstraße 21, schauten in das Kreativzelt, das Kaninchengehege und die anderen Pavillons, in denen vier Wochen lang erzählt und gesungen worden war.

In einigen Theaterszenen zeigten Plietsch-Kinder typische Alltagssituationen. In vier Wochen waren 499 Kinder auf den Platz gekommen, viele von ihnen mehrfach, sodass insgesamt 2253 Besucher gezählt wurden.

Natürlich war das Abschlussfest auch der richtige Rahmen, um vielen Menschen Dank zu sagen: Allen, die bei der Organisation und der täglichen Umsetzung mitgewirkt hatten, und nicht weniger allen, die mit Geld- und Materialspenden die zweite „Plietsch“-Auflage ermöglicht hatten. Als vorbildhaft für die Lösung vieler Probleme dieser Stadt bezeichnete Bürgermeister Rüdiger Kurmann das Plietsch-Projekt: Ein tolle Idee sei hier durch mutige Aktive und viele Unterstützer wahr geworden.

Von Maren Reese-Winne, Cuxhavener Nachrichten 18. August 2012

CUXHAVEN. Ein noch größere, noch stabilere und höhere Stadt ist in diesem Jahr auf dem Abenteuerplatz „Plietsch“ bei der Freien Evangelischen Gemeinde entstanden. Am Freitag, 17. Juni, beginnt um 15 Uhr das rauschende Abschlussfest. Am darauffolgenden Sonnabend können 25 Tonnen Holz kostenlos abgeholt werden.

Bis zu 100 Kinder gleichzeitig durften in den vergangenen vier Ferienwochen täglich dabei sein. Kernstück auf dem Platz an der Mozartstraße 21 ist „Plietschingen“ - die  von den Kindern selbst gebaute Hüttenstadt. Viele Teilnehmer - Kinder von der ersten bis zur sechsten Klasse - hatten sich ein Jahr lang darüber Gedanken gemacht, wie sie ihre Hütten noch besser, noch stabiler und vor allem höher bauen könnten als beim ersten Mal.

Am Freitag nun geht es zu Ende mit der fantastischen Spiellandschaft bei der Freien Evangelischen Gemeinde an der Mozartstraße: Um 15 Uhr steigt das Abschlussfest, für das ein Schreiner zusammen mit einigen Kindern in dieser Woche eigens eine Bühne gezimmert hat. Die einzigartige Atmosphäre auf dem Platz, auf dem es Rückzugsmöglicheiten im Kreativ-Zelt, beim Erzählen, am Lagerfeuer oder im Kaninchen-Freigehege gibt, erlebte am Donnerstag auch Oberbürgermeister Dr. Ulrich Getsch und zeigte sich höchst angetan vom Projekt Plietsch, das in diesem Jahr zum zweiten Mal stattgefunden hat. „Der Bedarf ist absolut da“, bestätigt NIcole Behrends, Jugendreferentin der Gemeinde.

Am Sonnabend, 18. Juni,  ist es dann vorbei mit „Plietschingen“ in diesem Jahr. Erwachsene (aus Sicherheitsgründen sollen die KInder an diesem Tag draußen bleiben) sind ab 9 Uhr eingeladen, mit abzubauen. Das Holz – 25 Tonnen! – (Nägel sind natürlich drin) und die Hackschnitzel können kostenlos mitgenommen werden, damit der Freien Evangelischen Gemeinde keine Entsorgungskosten entstehen. Auch „Plietsch“-T-Shirts sind zum kleinen Preis (fünf Euro, ab dem zweiten Shirt drei Euro) noch reichlich zu erstehen.

Von Maren Reese-Winne

Cuxhavener Nachrichten vom 17. August 2012

„Wollen Sie auch mal auf unser Dach klettern?“

Treppenhaus und Dachterrasse: Plietsch-Abenteuerspielplatz an der Mozartstraße wächst zur naturfreundlichen Kleinstadt

 

CUXHAVEN. Getreu dem Lied „Wer will fleißige Handwerker seh`n, der muss zu uns Kindern geh`n“ gleicht der Abenteuerspielplatz Plietsch zur Halbzeit bereits einer aus Holz gebauten Kleinstadt. Seit Montag, 23. Juli, bauen Schulkinder im Rahmen des Sommerferienprojekts der Freien evangelischen Gemeinde Cuxhaven mit Hammer und Säge an ihren Hütten.

„Natürlich erst nach Erwerb des Führerscheins für das jeweilige Werkzeug, der den sicheren Umgang gewährleistet“, so Holger Bungenberg, Pastor der Freien evangelischen Gemeinde. Dass der Abenteuerspielplatz auch im zweiten Jahr vielen Kindern eine Alternative zu Spielkonsole und Fernsehen bietet, verdankt Plietsch nicht zuletzt der großen Unterstützung seitens der Stadt und vieler Firmen.

Nicole Behrendt, Mitarbeiterin der Freien evangelischen Gemeinde, ist begeistert von der Baukunst der Kinder: „Die Kinder haben viel dazu gelernt und bauen stabile Hütten. Eine Mutter hat mir erzählt, dass ihre Söhne richtige Baupläne vorbereitet haben.“

Sollte dennoch etwas instabil sein, stehen freiwillige Helfer zur Seite. So baut ein ehemaliger Statiker als freiwilliger Helfer der Rotarier nach genauer Ausmessung Querverstrebungen in eine Hütte, um diese `bewohnbar` zu machen.

Der erste Hüttenbau

Neben den alten Bauherren des Vorjahres zieht es in diesem Jahr auch viele Kinder zum ersten Mal zum Hüttenbau. Die Freundinnen Anne Becker und Tamara Schultchen sind seit fünf Tagen Teil des Bauteams. „Wir haben schon einen Tisch und ein Dach gebaut“ erzählt die siebenjährige Tamara Becker. „Und dann haben wir eine Party gefeiert“, fällt ihre Freundin Tamara Schultchen, auch sieben, ein. Vielleicht eine Olympiaparty, denn es zieren Deutschlandflaggen die Wangen der beiden Mädchen. Der ebenfalls siebenjährige Colin Krohn ist zum ersten Mal bei „Plietsch“ und wird sich gewiss geschickt anstellen. „Ich habe mit meinem Papa schon geübt, Häuser aus Lego zu bauen.“

Eyleen Bachert, neun, ist auch gut vorbereitet: „Ich habe in der Schule schon mal eine Maus aus Holz gebaut.“ Sicher ist jedenfalls, dass die `Neuankömmlinge`  gut aufgenommen und eingearbeitet werden, so ruft ein Junge professionell „Soll ich es nehmen?“ und fängt nach einem „Achtung, hier kommt es!“ ein Seil von seinem Partner in sechs Metern Höhe.

Die Kinder geben den Hütten Namen und manche dürfen nur mit Passwort betreten werden. Ein Glück, dass „Der Grüne Wölfe Club“ Erwachsene umsonst herein lässt, denn so ist es möglich auch mal einen Blick über die Dächer der Hütten zu erhaschen.

An jedem Mittwoch können Eltern die Baukunst ihrer Kinder bestaunen, denn dann findet das wöchentliche Plietsch-Café statt. Zu diesem Anlass kommen auch viele Nachbarn der Hüttenstadt vorbei und bestaunen den Grund für das wochenlange Hämmern und Klopfen in ihrer Nachbarschaft.

L. Blank

Cuxhavener Nachrichten vom 07. August 2012

CUXHAVEN. Bei Nicole Behrendt im Büro stand kürzlich schon ein Opa, der sich im Auftrag seines Enkels erkundigte, wann denn endlich wieder „Plietsch“ anfinge. Die gute Nachricht für Schulkinder bis zur 6. Klasse: Auch in diesem Jahr wird es den Abenteuerspielplatz „Plietsch“ geben.

Auf dem Gelände der freien Evangelischen Gemeinde Cuxhaven wird Mitte Juli wieder eine dicke Schicht Holz-Hackschnitzel ausgebracht, auf der dann in den ersten vier Ferienwochen Kinder ihre Phantasie-Stadt „Plietschingen“ bauen können. Vom 23. Juli bis zum 17. August wird der „Plietsch“-Platz in der Mozartstraße 21 wochentags von 10.30 bis 17 Uhr geöffnet sein.

Sehr dankbar ist Nicole Behrendt, Kinder- und Jugendreferentin der Freien Evangelischen Gemeinde für das große Verständnis der Nachbarn. Auch sonst ist die Unterstützung wieder riesengroß: Ein Kreis von Verantwortlichen hat sich für die einzelnen Bereiche des Plietsch-Platzes gefunden, Baumeister Samuel hat sich die Wochen freigeschaufelt, die Sägerei Hagenah aus Bülkau stellt Hackschnitzel und Bauholz zum Sonderpreis zur Verfügung, die Firmen Rodenburg und Raiffeisen Paletten.

Den Vogel aber schießt der Rotary-Club Cuxhaven ab, der nicht einfch nur Geld geben wollte:  An jedem Plietsch-Tag wird ein Rotarier das Team verstärken.

Mitmachen dürfen Kinder, die bereits eingeschult sind, also die nach den Ferien die zweite Klasse besuchen, bis hin zu Sechstklässlern (die nach den Ferien die 7. Klasse besuchen). Der Eintritt ist frei.

Vorgesehen sind auch diesmal ein Kreativ-Zelt, eine Erzählrunde mit biblischen Geschichten, Tierprojekte und einmal wöchentlich ein Plietsch-Café für Eltern und Interessierte.

Von Maren Reese-Winne, Cuxhavener Nachrichten 2. Juni 2012

Wieder Parkplatz statt Plietschingen

Erinnerungen an spektakuläre Ferienaktion kann den Kindern keiner mehr nehmen / 630 Kinder arbeiteten an Hüttenstadt mit

CUXHAVEN. Das konnte doch kein Zufall sein: Die ganze letzte "Plietsch" - Woche hatte es durchgeregnet, aber pünktlich zum Abschlussfest am Freitag schien die Sonne. Nun konnten endlich auch mal die Erwachsenen bestaunen, was die Kinder da in fünf Ferienwochen geschaffen hatten. Auf einem großen Holzbrett am Eingang stand der Namer der Hüttenstadt: "Plietschingen". "Ich musste richtig schlucken, als ich um die Ecke gebogen bin", bekannte eine Besucherin.

Auch am letzten Tag schwangen die Kinder noch den Hammer, um ihre Hütten zu verfeinern. "Das Schönste aber war, als die Kinder Brücken zwischen ihren Hütten bauten", berichtete Holger Bungenberg, Pastor der Freien evangelischen Gemeinde, den Besuchern.
"Es zeigte, wie eben auch in der Bibel beschrieben: Zwei sind allemal besser dran als einer." Das gebe den Kindern auch viel Mut für die Schulzeit. Über 630 Anmeldungen sind in den fünf Plietsch-Wochen gezählt worden.
"Eine Vision ist wahr geworden", stellte Bürgermeister Bernd Jothe fest. "Wir können dankbar sein, dass Sie das hingekriegt haben."
Auch wenn Plietschingen tags darauf demontiert werden sollte: "Was Ihr hier erlebt habt, kann man Euch nicht mehr nehmen", tröstete Bernd Jothe die zahlreichen Hüttenbauer, die aber auch während der Zeit bei "Plietsch" basteln, Kanninchen pflegen, Geschichten hören und Feuer machen konnten.
"Ohne unsere rund 100 Helfer und unsere Sponsoren hätten wir das nie geschafft", betonte die Jugendreferentin der Freien evangelischen Gemeinde Nicole Behrendt. Einen dicken Applaus gab es nicht nur für die Helfer - alen voran Nicole Behrendt und Samuel Hils -, sondern auch für die SPonsoren und Unterstützer: Firma Nutrilo, Kirbach Design (Layoutdesign), Jannes Dinse (Webmaster), Firma Réclame, Toom, Sägerei Hagenah (Bülkau), Lotsenviertel e.V., Da Dalto, Maik Plambeck, Haus der Jugend, Cux-Sport, Scribifax, Tupperware, Raiffeisenmarkt, Wiesen Bio Energie (Armstorf), Cuxhavener Nachrichten, Fleischhut, Gärtnerei Hennings, Kahla (Küchenschatz Cuxhaven), DLRG, Trudi, Bundesverlag (Witten), Bundesförster (Cuxhaven), Stamm Adler (Pfadfinder Cuxhaven). Mit einem großen "Danke" in Tonkarton dankten ihnen die Kinder auf den Abschiedsfotos.
Am Sonnabend dann fanden sich 72 Personen - Eltern, Gemeindemitglieder und Jugendliche - zum Abbau ein. In fünf Stunden waren fünf Wochen Plietschingen zurückgebaut und die Gemeinde hatte ihren Parkplatz wieder. Grund zur Freude, aber auch zur Traurigkeit. Weil Plietsch so viel Spaß gemacht hat, sind alle in der Freien Evangelischen Gemeinde gespannt, was kommt.

Jetzt "Plietsch_Light"

Daher gibt es Pläne für die Zukunft: Nicole Behrendt: "Wir treffen und während der Schulzeit ab sofort immer dienstags von 16 bis 17.30Uhr in der MOzartstraße mit den Plietsch - Kindern zu `Plietsch_Light´. Herzliche Einladung an alle Kinder der 1.  bis zur 6. Klasse. Natürlich werden wir kein Hüttendorf bauen, aber andere Dinge tun, die Spaß machen!"

Abschied vom Plietsch-Platz

Für den Abbau der Hütten werden am Sonnabend starke Erwachsene benötigt / Holz gegen Spende

CUXHAVEN. Die "Plietsch" - Organisatoren können es selbst nicht glauben: "Schwupps sind fünf Wochen rum und man fragt sich, wo die Zeit geblieben ist!" Nur noch diese Woche können Kinder auf dem großen Abenteuerplatz bei der Freien Evangelischen Gemeinde an der Mozartstraße werkeln. Am Freitag, 12. Auust, um 18 Uhr, ist Schluss auf dem Plietsch-Platz.

Vorher aber, von 15 bis 18 Uhr, sind alle Interessierten eingeladen, sich noch einmal beim ABschlussfest mit Tag der offenen Tür in der Hüttenstadt und den übrigen Angeboten des Geländes umzusehen. Dann sind auch endlich mal Erwachsene erlaubt!
Kutz nach der Halbzeit hatte das "Plietsch" - Team bereits 500 Kinder in der Kartei, mindestens 50 weitere sind noch hinzugekommen. Das ergab viele nette Begegnungen mit neuen Leuten, auch mit den Eltern.
Am kommenden Wochenende gilt es nun, sich von der "Plietsch" - Stadt zu verabschieden: Für den Rückbau am Sonnabend, 13. Juli, von 9 bis 16:30Uhr inkl. Mittagessen werden starke Männer und Frauen (Kinder bitte lieber nicht) gesucht - auch gerne nur stundenweise. Es gilt, 33 Hütten abzubauen und ca. 100 Kilo Nägel zu ziehen. Das als Baumaterial oder Brennholz geeignete Holz kann von jedermann abgebaut und gegen eine Spende (Richtwert ein Euro / Brett) mitgenommen werden.
Am Dienstag wird der Bauzaun abgebaut und tags darauf die Hackschnitzel, die die weiche Unterlage bildeten, abgeholt.

Von Maren Reese - Winne

Cuxhavener Nachrichten vom 10. August 2011

Kinder haben Hüttenstadt erschaffen

Halbzeit bei Plietsch-Abenteuerspielplatz / Brücken zwischen etwa 20 Häusern sorgen für Gemeinschaft / Keine großen Verletzungen

CUXHAVEN. Hämmern und Sägen – so manchen Nachbarn triebe der Krach in den Wahnsinn. Nicht so beim Plietsch-Abenteuerspielplatz. „Wir haben tolle Nachbarn. Es kam nicht eine Beschwerde“, sagt Nicole Behrendt. Seit zweieinhalb Wochen bauen Kinder auf dem Platz der Freien evangelischen Gemeinde Hütten.

In der Mitte der Hüttenstadt ragt ein Fahnenmast in den Himmel. Die „Plietschflagge“ wird allerdings noch gemalt. Doch schon ist für jeden Besucher erkennbar, dass eine Gesellschaft im Kleinformat entstanden ist.

20 Hütten wurden bisher gebaut. Und etwa 300 Kinder waren daran beteiligt. Aus Platzgründen ist die Zahl der Kinder, die gleichzeitig auf dem Spielplatz bauen können, auf 100 begrenzt.

Brücken schlagen

Alle Hütten wurden nachträglich mit Brücken verbunden. „Anfangs hatten wir das Problem, dass die Kinder, die eine Hütte gebaut haben, meinten, dass das jetzt nur ihre sei und kein anderer Zutritt habe“ , erzählt Nicole Behrendt. Mit dem Bau der Brücken habe man das aber schnell geklärt. „Auch wenn sich das jetzt sehr pädagogisch anhört. Aber die Brücken zwischen den Hütten sind auch zu Brücken zwischen Kindern geworden.“ Das höchste „Gebäude“ auf dem Platz ist der Plietschtower. Er geht über vier Stockwerke und verfügt über eine Rutsche. Elf Jungen haben täglich daran gearbeitet.

„Heute darf ich“

Auch die Eltern sind mittlerweile vom Geist des „Selbstbauens“ erfasst. Sie helfen schon gerne einmal mit, so Behrendt. Bei einer Hütte „erwischte“ sie einmal einen Vater, der munter Bretter zusammen hämmerte. Er rechtfertige sich: „Heute ist Mittwoch, heute darf ich.“ Denn eigentlich sollen die Kinder selbst ihre Hüttenstadt entstehen lassen. Beim Elterncafé (mittwochs von 14.30 bis 17.30 Uhr) dürfen aber auch die Eltern ran.

Und es finden auch Urlauberkinder den Weg zum Spielplatz, wie die achtjährige Emelie-Marie Haas aus Oldenburg. Sie verbringt die Ferien bei ihrer Oma in Cuxhaven. Jetzt werkelt sie am Haus 18. Nico Deppe aus Altenbruch hilft ihr dabei. „Das Dach muss stabilisiert werden“, sagt sie fachmännisch, „Die Bretter waren zu dünn.“

Auch im Tiergehege hat sich etwas getan. Die Zwergkaninchen haben Nachwusch bekommen – fünf Junge. Und kürzlich brachte ein Colliezüchter aus Ihlienworth vier Welpen zum Schmusen und Streicheln vorbei, das war natürlich was für die Kinder.

Keine großen Verletzungen

Wo gehämmert und gesägt wird, steigt auch das Verletzungsrisiko. Doch Nicole Behrendt ist mit dem bisherigen Verlauf zufrieden. „Ein Nagel im Fuß war bisher das Schlimmste. Aber im Krankenhaus waren wir nicht einmal.“ Na dann, schnell auf Holz klopfen – davon gibt es auf dem Plietsch-Abenteuerspielplatz ja mehr als genug.

Von Linda Bögelein

Cuxhavener Nachrichten vom 28. Juli 2011

"Plietsch ist jetzt das Stadtgespräch"

Erfolgreicher Eröffnungstag für Plietsch-Abenteuerspielplatz / Hasen und Hüttenbau stehen bei Kindern hoch im Kurs

CUXHAVEN. "Drei, zwei, eins" - und dann öffneten sich diesen Montag, um 10 Uhr, die Tore des Plietsch-Abenteuerspielplatzes. "Bereits um 8.55 Uhr waren die ersten da", sagt Mitarbeiter Marc Spähr. Fünf Wochen können Kinder von Schulklasse eins bis sechs nun Hütten bauen, Zwergkaninchen füttern und streicheln, ein Lagerfeuer machen und noch vieles mehr. Bis 11.45 Uhr meldeten sich 58 Kinder bei Plietsch an.

"Wir werden so oft kommen, wie's geht", sagen die beiden Freunde Marcel Winter (9) und Rouven Beglau (10). Aber sie haben sich auch noch zu Ferienpass-Aktionen angemeldet, deswegen "können wir nicht immer da sein. Heute bleiben wir aber bis zum Ende." Was sie besonders interessiert? "Wir wollen bauen, konstruieren und eine eigene Hütte zusammensetzen."

Vorher müssen ihre Mütter sie aber noch anmelden. Dann bekommen sie einen Plietsch-Pass und gehen direkt zu Samuel Hils. Der 23-Jährige ist Plietsch-Baumeister und erklärt ihnen wie sie mit einer Säge umzugehen haben: "Die Übergabe einer Säge verläuft immer ohne Stress." Mit einem klaren "okay" muss Rouven bestätigen, dass er die überreichte Säge sicher in der Hand hat. Erst nachdem die beiden Jungen den kleinen Crash-Kurs absolviert haben, bekommen sie ein Loch in ihren Pass gestanzt. Damit haben sie den "Sägeführerschein" bestanden, einen Führerschein von insgesamt sechs, und dürfen ab sofort mit diesem Gerät arbeiten.

Marcels Mutter, Angelika Winter, ist begeistert von dem Plietsch-Angebot. "Ich freue mich darüber, dass Marcel eine Beschäftigung draußen hat mit anderen Kindern und damit auch von seiner Wii wegkommt." Und das scheint einwandfrei zu klappen.

Bauen nach Plan

Auch bei den Brüdern Jonas und Lucas Tredup. Geradezu euphorisch gehen sie ans Werk. Mit einer Spanplatte unter die Arme geklemmt, starten sie durch zum mit Holzspänen ausgelegten Parkplatz. Sie sind die ersten, die mit dem Hüttenbau beginnen und haben einen genauen Plan. "Wir bauen ein ein Quadratmeter großes Haus", sagt Lucas und sein Bruder ergänzt ihn: "Mit Spitzdach."

Das Kreativzelt

Wer sich noch nicht für den Hüttenbau begeistern kann, streichelt und füttert die Zwergkaninchen im Gehege oder mischt im Kreativzelt mit.

So auch Jasmin Niwek, Mensje Meyer und Nele Johann Starck. Sie designen ihre eigenen  T-Shirts. "Das sind unsere Plietsch-T-Shirts", sagen sie und lassen die Stifte unbeirrt über den Stoff gleiten.

Dabei sind die drei Mädchen aus zwei anderen Gründen da: "Häschen und Hausbauen." Nebenan am Tisch sitzt Fabio Rynka (13). Er formt einen Menschen aus Speckstein und zweifelt ein wenig an seinem Können: "Uff, ich hoffe, das erkennt man nachher überhaupt, dass das ein Mensch sein soll."

"Was in Dir steckt"

Doch gerade das spielt bei Plietsch eine untergeordnete Rolle. "Der Druck auf die Grundschüler ist in unserer Leistungsgesellschaft gewachsen", sagt Mitarbeiterin Anne Gerlach, "die Kinder sollen hier einfach mal gucken, was in ihnen steckt, Fertigkeiten lernen und so verändert und mit mehr Wind in den Flügeln aus Plietsch hinaus gehen."

Über den Andrang beim Eröffnungstag freuen sich die Organisatoren der Freien evangelischen Gemeinde besonders, Mitarbeiter Marc Spähr führt das vor allem auf eines zurück: "Plietsch ist jetzt das Stadtgespräch."

Von Linda Bögelein

Cuxhavener Nachrichten vom 13. Juli 2011

CUXHAVEN. Einen ersten Vorgeschmack darauf, wie es wohl aussehen wird, wenn ab Montag bis zu 100 Kinder bei ihm auf dem Gelände herumbutschern, konnte das "Plietsch"-Team am Dienstag und Mittwoch gewinnen, als Kinder der Abendrothschule und der Bleickenschule mit Feuereifer halfen, 80 Kubikmeter Hackschnitzel auf dem Gelände zu verteilen und Bauzäune zu errichten.

"Jetzt steigt die Spannung aber wirklich", gesteht Nicole Behrendt, Jugendreferentin der Freien Evangelischen Gemeinde (FEG) in der Mozartstraße 21. Am Montag um 10 Uhr geht's los: Bis zum 12. August sind Kinder von der ersten bis zur sechsten Klasse immer montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr auf dem Abenteuerspielplatz "Plietsch" willkommen. Hier haben sie Platz, sich über die Sommerferien ihre eigene Hüttenstadt zu bauen.

Eine Feuerstelle ist bereits vorbereitet, ein Gehege für zehn Zwergkaninchen angelegt und ein Kreativzelt, in dem zum Beispiel mit Speckstein und Ton gearbeitet, gefilzt und mit der Laubsäge gearbeitet werden kann, aufgebaut. Rund ums Gelände entstehen noch eine Ruheecke, eine "Tankstelle" für die durstigen Kinder und Pavillons für das Elterncafé, in dem Eltern immer mittwochs von 14.30 bis 17.30 Uhr willkommen sind.

Ohne Regeln geht's natürlich nicht, und so gibt es ein paar Dinge zu beachten: An der Pforte melden sich die Kinder an und ab. Für jedes gibt es eine Karteikarte mit den wichtigsten Angaben. Die Eltern geben vorher an, ob sie ihre Kinder immer abholen oder ob diese auch alleine nach Hause gehen dürfen. Getränke sind immer da, Verpflegung aber müssen sich die Kinder selbst mitbringen. Eine Infowand am Eingang informiert über aktuelle Projekte, für die eventuell eine Anmeldung nötig ist. Für Fahrräder oder anderes persönliches Eigentum wird keine Haftung übernommen. Ganz wichtig: Bitte nur Kinder schicken, die auch wirklich schon eingeschult sind.

Als Hauptbetreuer werden entweder Nicole Behrendt, Praktikantin Damaris Dietelbach oder Samuel Hils immer auf dem Platz anzutreffen sein, hinzu kommt eine Helferschar im Alter von 15 bis 70 Jahren - Jugendliche, Abiturienten, Senioren, Mitglieder der Gemeinde oder deren Freunde, die sich zum Teil extra Urlaub nehmen. Überwältigend auch die Unterstützung in der Stadt: Ob Hackschnitzel, Baumaterialien oder Bauzaun: Überall stößt die Gemeinde mit ihrer Idee auf offene Ohren und bekommt Hilfe, um dieses Projekt, dessen Gesamtkosten auf rund 25 000 Euro geschätzt werden, in die Praxis umzusetzen. "Wir merken richtig: Viele Menschen wollen gerne Gutes tun und suchen nur eine Gelegenheit dafür", erklärt Nicole Behrendt, die dafür nicht genug danken kann.

Von Maren Reese-Winne

Cuxhavener Nachrichten vom 09. Juli 2011

CUXHAVEN. Sommerferien und Ferienpass, das gehört seit 1979 in Cuxhaven einfach zusammen. Auch in diesem Jahr ist das städtische Freizeitpaket für Daheimgebliebene wieder mit 250 Veranstaltungen bestückt und lässt kaum einen Wunsch offen.

"Rund 1400 Pässe sind 2010 erworben worden, die Nachfrage steigt von Jahr zu Jahr", sagt Stadtjugendpfleger Rüdiger Pawlowski. Seit letztem Donnerstag wird der "Ferienpass 2011" für drei Euro in den Schulen und im Haus der Jugend angeboten, ab 20. Juni ist die telefonische Bestellung möglich und am 26. Juni findet in der Rundturnhalle von 11 bis 13 Uhr die zentrale Anmeldung statt. Danach gibt es Pässe und Informationen dienstags bis freitags von 14 bis 18 Uhr im Haus der Jugend.

Schulkinder ab der 1. Klasse können den mit Gutscheinen und Freizeitangeboten bestückten Ferienpass bekommen, Voraussetzung ist die Einverständniserklärung des Erziehungsberechtigten.

Zur Buchung der einzelnen Veranstaltungen muss der gültige Ferienpass mitgebracht werden.

Neu im Angebot sind "Plietsch", der Abenteuerspielplatz auf dem Gelände Mozartstraße im Rahmen des Sommerprojekts der Freien Evangelischen Gemeinde Cuxhaven, sowie der Kinder-Mitmach-Zirkus "Zippolino", der vom 21. bis 24. Juli bei der Evangelischen Kirchengemeinde Altenwalde zu Gast ist.

Von Dieter Meisner

Cuxhavener Nachrichten vom 15. Juni 2011

CUXHAVEN. In den Sommerferien soll auf den Gelände der Freien Evangelischen Gemeinde Cuxhaven der Abenteuerspielplatz "Plietsch" entstehen, der für alle Kinder geöffnet ist. Die Organisatoren, allen voran Nicole Behrendt, Kinder- und Jugendreferentin der Gemeinde, sind überwältigt von der Unterstützung, die sie von allen Seiten erhalten. Mit einer Muttertagsaktion setzten sie sich am 8. Mai selbst für "Plietsch" ein. Die Gärtnerei Hennings (Groden) hatte Blümchen zur Verfügung gestellt. Durch Spenden kam eine ordentliche Summe von gut 180 Euro zusammen. Die Freude über das Blumenmeer war auf allen Seiten spürbar. Das "Plietsch-Kind" Marie (Foto) half schon am Sonnabend beim "Einpacken" der Blumentöpfe begeistert mit und war auch am Sonntag beim Verkauf motiviert dabei.

Auch sonst geht es weiter mit Plietsch: Die Firma Nutrilo lieferte am Montag die wichtigsten Elemente für die Hütten - Europaletten - und übergab einen Baumarktgutschein. Die Sägerei in Bülkau versprach "Bonanzaholz" für die Hüttenwände. Und in der Heerstraße wurde kräftig daran gearbeitet, dass im Sommer auch genügend Häschen für den Tierbereich da sind... Der Verbleib der Tiere nach dem Projekt ist schon gesichert.

Der Toom-Baumarkt unterstützt die Gemeinde in jeder Hinsicht, was Werkzeug und Material angeht. Nicole Behrendt: "Das geht über alles hinaus, was ich mir erträumt und gewünscht hätte, einfach genial!"

Von Maren Reese-Winne

Cuxhavener Nachrichten vom 12. Mai 2011

Geschafft und selig - da wird man doch wohl mal entspannen dürfen? Auf Gemeindefesten und -Aktionen für Kinder haben Kinder der Freien evangelischen Gemeinde dies schon erleben dürfen (siehe Foto) - das Projekt "Plietsch" soll auch vielen anderen Cuxhavener Kindern ermöglichen mitzumachen, zu bauen, zu hämmern und sich um Tiere zu kümmern. (Foto:privat)

Vom Glück, selbst etwas zu können!

Projekt "Plietsch" macht Kinder zu Forschern und Unternehmern / Freiräume schaffen, in denen Fehler belanglos sind

CUXHAVEN. "Plietsch" heißt das Ferien - Abenteuerspielplatz - Projekt der Freien evangelischen Gemeinde Cuxhaven. Die bisherige Unterstützung ist überwältigend (s. Artikel links). Zu den Fans zählt auch Eckhard Ziegler-Kirbach, Kinder- und Jugendarzt in Bremerhaven (Foto), dessen Sohn Axel das "Plietsch" - Logo und das Homepage-Layout entworfen hat.

Er erläutert, warum ein Projekt wie "Plietsch" für Kinder so wichtig ist:

Projekte wie „Plietsch“ leben von und mit den Kindern. Sie sind die Forscher, Unternehmer und Produzenten. Die Erwachsenen sind die helfenden Assistenten, die mitmachen, wenn neue Fertigkeiten und Wissen gebraucht werden. Viele Kinder haben oft keine Gelegenheiten, zu sägen, hämmern oder sich um Tiere zu kümmern. Durch viele kleine Anforderungen und Erfolge werden alle Sinne gebraucht und eingesetzt. Gleichgewicht, Geschicklichkeit, Beweglichkeit, Gelenkigkeit, Koordination, Ausdauer und Konzentration werden so ganz nebenbei geübt und freudig weitergeführt.
Es macht einfach Spaß, gemeinsam in der Gruppe etwas Tolles zu schaffen. Es werden Fertigkeiten erworben, die sich durch kein Fernsehprogramm, und sei es pädagogisch noch so wertvoll, ersetzen lassen. Auch nicht durch eine Wii. Beim Bau z.B. der Ställe für Hasen und Meerschweinchen sind alle Kompetenzen der Kinder gefordert: schon bei der Planung ist räumliches Vorstellungsvermögen nötig. Stets muss das Ziel im Blick behalten werden. Was für Material, was für Werkzeug wird wann, wofür und in welcher Menge benötigt? Über die motorischen Erfahrungen werden auch die kognitiven Bereiche stimuliert. Physikalische und soziale Zusammenhänge werden nebenbei erlebt.
Kinder halten sich gern an Abmachungen, um mit anderen gemeinsam etwas zu erarbeiten und zu erleben. Zum Lernen gehören neben den Sinnen auch die damit verbundenen Gefühle. Und zu einem Fernseher lassen sich eben nun mal kaum positive Emotionen aufbauen. Selbsterfahrung ist nur real möglich: Die Erfahrung selbst etwas zu können, zu leisten, zu bewirken und sich an den Erfolgen gemeinsam zu freuen.
Ein Abenteuerspielplatz wie „Plietsch“ passt genau zu den Entwicklungsschritten im frühen Schulalter. Hier werden die Kinder ernst genommen. Es ist nicht Schule und nicht Spiel, es sind ernsthafte Erfahrungen, die Kinder ohne Bewertungen erleben dürfen. Es ist die gemeinsame Freude beim Bauen, die sie motiviert, nicht das explizite Lob der Erwachsenen oder gar eine materielle Belohnung. Es ist die tiefe Befriedigung, die aus dem gemeinsamen Bauen entsteht, dem Erleben der eigenen Schaffenskraft und Kreativität, abseits von Konkurrenz und Wettbewerb. Misserfolge werden unbedeutend und gelungene Erfahrungen führen zu einem selbstbewussten Charakter. Für viele Kinder gibt es leider nur noch wenige Möglichkeiten im Alltag solche Erfahrungen zu machen. Projekte wie „Plietsch“ schaffen den Kindern Freiräume, in denen Fehler belanglos sind und somit die beste Grundlage Neues zu erlernen. Nicht zuletzt führt sinnvolle Tätigkeit, Bewegung und soziale Interaktion zu eine positiveren Lebenseinstellung und dies nachweislich zu besserer Gesundheit.
(Persönlichkeitsentwicklung stellt einen wesentlichen Schwerpunkt der Arbeit von Eckhard Ziegler-Kirbach dar. Als Coach leitet er Jugendliche zu effetiven Selbstmanagement an. Er ist Dozent am Norddeutschen Institut für Verhaltenstherapie in Bremen). (cn/mr)

Cuxhavener Nachrichten vom 12. Mai 2011

CUXHAVEN. In den Sommerfreien soll auf dem Gelände der Freien evangelischen Gemeinde in der Mozartstraße 21 der Abenteuerspielplatz "Plietsch" entstehen. Anwohner und Interessierte sind in diesem Zusammenhang am Mittwoch, 23. März, von 19.30 bis 21 Uhr zu einer Informationsveranstaltung eingeladen, auf der das Team über die mit den Kindern geplanten Angebote berichten will.

Im Designer Axel Kirbach (www.kirbach-design.de) hat die Gemeinde einen Unterstützer gefunden, der ihr unentgeltlich das Logo (den schlauen, also "plietschen" Fuchs) und die Homepage www.plietsch-platz.de entworfen hat.

Fünf Wochen lang sollen Kinder aus Cuxhaven in den Sommerferien eine Möglichkeit erhalten, sich zu entfalten und kreativ tätig zu werden. Mit Feuer, Wasser und Holz zu hantieren, mit anderen Kindern zusammen zu sein und sich um Tiere zu kümmern, soll attraktiver werden als Fernsehen und Computer.

Von Maren Reese-Winne

Cuxhavener Nachrichten 18. März 2011

CUXHAVEN. Einfach draußen zu spielen, herumzutoben, sich auch mal dreckig zu machen und etwas aus Fundstücken aus der Natur zu bauen - das kennen viele Kinder nicht mehr. Nicht tatenlos zusehen will die Freie Evangelische Gemeinde (FEG) Cuxhaven: Sie will im Sommer ihr Grundstück in der Mozartstraße in einen großen Abenteuerspielplatz verwandeln.

Das Angebot, das der Stadtjugendring Cuxhaven unterstützt, soll mit dem Ferienpass bekannt gemacht werden. Dabei ist der Name Programm, wie Nicole Behrendt, Kinder- und Jugendreferentin der FEG, verrät: "Plietsch" soll der Bauspielplatz heißen.

Ein paar Eckdaten: Vom 11. Juli bis zum 12. August sollen Cuxhavener Kinder der Klassen 1 bis 6 montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr auf dem Platz Angebote vorfinden und sich selbst neue ausdenken. Das Ganze kostet nichts und wird durch haupt- und ehrenamtliche Helfer betreut. Mit Holz bauen, am Feuerplatz experimentieren, Tiere streicheln und verpflegen, das kennen viele Kinder heute nicht mehr und für all das soll auf dem Platz gesorgt sein. Hinzu kommen als Angebot die "Storytime", bei der Geschichte aus der Bibel die Hauptrolle spielen, und Kleinprojekte wie Arbeiten mit Wollen, Filzen und Stricken, Basteln, Werkstatt....

"Wir wollen einfach die Kinder von der Straße holen und arbeiten daher im Vorfeld auch ganz eng mit den Schulen zusammen", berichtet Mitorganisatorin Anne Gerlach, selbst Lehrerin. Kinder unterschiedlicher Kultur, Herkunft, Religion und Nation sind willkommen und eingeladen, auszuprobieren, wo ihre Interessen und Talente liegen. Einmal in der Woche soll aber auch ein Elterncafé eingerichtet werden.

Natürlich soll - nicht zuletzt durch den Umgang mit lebenden Tieren - die Achtung vor der Natur greifbar gemacht werden. Gesucht werden hierfür noch Pflegetiere, die über Nacht gesichert ins Haus kämen.

Warum gerade in der Freien Evangelischen Gemeinde? Hierfür sprächen die zentrale Lage und die Logistik, so Nicole Behrendt: "Toiletten. Lagerräume, es ist alles da." Nicht zu vergessen: Bei Regen stünde der Gemeindesaal als Zufluchtsort zur Verfügung und sicher könnten auch dort allerlei Geschicklichkeits- und Kreativstationen aufgebaut werden.

Gerne würden die Organisatoren aus der Gemeinde, die das zehnköpfige Leitungsteam stellen, auch zahlreiche ortsansässige Vereine und Interessierte, die besondere Künste weitergeben können und möchten, ins Boot holen. Ehrenamtliche könnten ihre Zeit tage- oder wochenweise zur Verfügung stellen.

Natürlich sollen für die Unterstützung auch die Nachbarn gewonnen werden. Ihre Information (am 23. März um 19.30 Uhr) und die Gewinnung von Mitarbeitern steht jetzt als nächstes an. Dann gilt es, Materialien wie Werkzeug, Gerätschaften, Holz und Tierbedarf zu sammeln.

Ferner muss das Gelände eingezäunt werden. Die Gemeinde hofft hier auf viele Spenden, so dass die Kosten, die sich wohl auf rund 25 000 Euro belaufen, tatsächlich möglichst niedrig gehalten werden können und möglichst viele Kinder profitieren können. Die erste Firmenspende ist auch schon spontan eingegangen.

Von Maren Reese-Winne

Cuxhavener Nachrichten 08.März 2011